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Ein Interview mit Dr. Peter Wendl zum Thema „Gelingende Partnerschaft und Familie von Soldaten"

 

Im Zuge der Veröffentlichung des Buches „Soldat im Einsatz – Partnerschaft im Einsatz“ führte die Redaktion der Homepage „Bundeswehr.de“ ein Interview mit dem Autor Dr. Peter Wendl. Das Gespräch wurde für diese Seite überarbeitet. Somit werden im Folgenden – aus dem neuen Buch abgeleitet und zusammengefasst – Ratschläge für Partnerschaft und Familie rund um einen Auslandseinsatz zu folgenden wichtigen Themen gegeben:

 

  • „Gelingende“ Partnerschaft und Familie von Soldaten
  • Angst vor Veränderung
  • Ängste bei Kindern

  • Wann über was reden?
  • Vorbereitung auf den Abschied
  • Der Abschied

  • Umgang mit Nachrichten in den Medien während des Einsatzes
  • Kontakt halten, Kommunikation gestalten

  • Welches Kommunikationsmittel
  • Die Rückkehr
  • Was tun an Weihnachten alleine?


Wenn Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester im Auslandseinsatz sind, birgt das oft eine hohe Belastung – für die ganze Familie. Zur Trennung kommt die Sorge um das Wohlergehen des Angehörigen. Wie können Familien mit der Angst vor dem Ernstfall umgehen? Gibt es Regeln und Verhaltenstipps?

 

Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Dr. Peter Wendl vom Zentralinstitut für Ehe und Familie (ZFG) der Katholischen Universität in Eichstätt-Ingolstadt, das eng mit dem Katholischen Militärbischofsamt zusammenarbeitet. Nachdem er sich seit 2002 intensiv mit der Thematik der Fernbeziehungen beschäftigt hat (siehe das Buch „Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt zusammen wachsen“, Herder Verlag, 4. Auflage 2009), befasst er sich aktuell mit den psychosozialen Auswirkungen der Auslandseinsätze der Bundeswehr auf die betroffenen Familien.

 

Auch Bundeswehr.de hatte Betroffene aufgerufen, ihre Erfahrungen mit Auslandseinsätzen zu schildern. Die Beiträge zeigten, wie groß Sorge und Ängste sein können. Als zusätzlich belastend wurde häufig ein Gefühl des Alleinseins beschrieben, denn Bekannte, Freunde und Außenstehende können sich nicht selten nur schwer in die Lage der Betroffenen versetzen. Hinzu kommt die Unsicherheit im Umgang mit den eigenen Kindern. Sollen sie voll informiert werden? Kann man die eigenen Ängste vor ihnen verbergen?


„Gelingende“ Partnerschaft und Familie von Soldaten

 

Peter Wendl: „Zunächst ist eine Grundlage sehr wichtig: Die Familie muss den Beruf des Soldaten mittragen, sonst wird er den Dienst auf Dauer nicht leisten können; oder die Beziehungen werden gefährdet. Umgekehrt aber muss der Soldat auch auf die Bedürfnisse und Ängste der Angehörigen eingehen.“

 

Peter Wendl benennt drei grundsätzliche Angstmomente, die die Familien besonders herausfordern:

  • physische Bedrohung, z. B. Angst vor Verwundung und Tod
  • psychische Bedrohung, z. B. Traumatisierung (PTBS), Persönlichkeitsveränderung
  • soziale Belastung, z. B. die Frage „Wie verändert sich unsere Partnerschaft/Familie?“

Einen optimistischen Ausblick stellt Peter Wendl jedoch voran: „Es gibt wenig, was Beziehungen so sehr zusammenschweißt, wie gemeinsam überstandene schwierige Zeiten.“


Angst vor Veränderung

 

Die genannten Ängste sind selbstverständlich nicht strikt voneinander zu trennen. „Sie überlappen sich“, sagt Peter Wendl und betont: „Auch wenn nichts passiert, die Angst ist oft präsent.“ Das gelte nicht nur für Sondereinsatzkommandos oder Einsätze in Afghanistan, sondern auch auf dem Balkan oder am Horn von Afrika. Außerdem stellt er fest: „Wir haben es grundsätzlich mit mindestens zwei Wirklichkeiten tun: Die Ängste, die der Soldat empfindet, können gänzlich andere sein als jene der Partner oder der Kinder zu Hause.“

 

Dass jeder Einsatz das Zusammenleben in der Familie verändert, hält Peter Wendl für unausweichlich. Der Soldat/die Soldatin werde nach dem Einsatz verändert sein; aber auch die Familie und ihr Alltag haben sich weiter entwickelt. „Das muss aber keine automatische Gefährdung sein. Darin liegt auch eine große Chance.“ Peter Wendl warnt jedoch davor, die Veränderungen einfach zu ignorieren. Grundsätzlich sei der Umgang mit der Situation von Einsatz zu Einsatz, von Familie zu Familie und von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Und nicht in jedem Fall bedeute sie die ganz große Belastung.

 

Ängste bei Kindern

 

Für Kinder ist der Begriff „Auslandseinsatz“ zunächst ein abstrakter. Schon ein längerer Zeitraum sei zumindest für kleine Kinder kaum vorstellbar. „Papa, wie lang sind vier Monate?“, sei eine häufig gestellte Frage. Oder auch: „Papa, bist du da im Krieg?“ Auch Vorwürfe können daraus resultieren: „Papa, warum bist du nie da, wenn ich Geburtstag habe?“

 

Auch der Umgang mit Ängsten unterscheidet sich bei Kindern gravierend von dem der Erwachsenen. Abhängig von Alter und Geschlecht verarbeiten Kinder die Angst um den Vater/die Mutter sehr unterschiedlich. Geschichten wie die von „Karl, der Bärenreporter im Einsatz“ können sinnvolle Hilfsmittel sein, um anschaulich und altersgerecht zu vermitteln, was Papa oder Mama im Einsatz machen.

 

Peter Wendl: „Während des Einsatzes muss Papa/Mama präsent gehalten werden.“ Während der Trennungszeit sollte eine individuelle Kommunikation mit dem abwesenden Elternteil ermöglicht werden, beispielsweise über eine eigene E-Mail-Adresse. Auch Fotos oder Figuren mit Bildern wie beispielsweise Knuddy können hilfreich sein. Auf keinen Fall aber sollte das Kind langfristig den Platz im Ehebett einnehmen. Denn die Folge sei oft sehr belastend für das Familienleben, meint Peter Wendl: „Wenn der Papa wieder da ist, nimmt er dem Kind praktisch den Platz neben Mama weg oder er wird buchstäblich degradiert.“ Daraus können schmerzende Sätze folgen, wie z. B. „Papa, wenn du nicht da bist, ist es schöner.“

 

Erkenntnisse für einen besseren Umgang mit der Einsatzsituation bei Kindern soll eine weiterführende Studie erbringen, die das ZFG derzeit durchführt.

 

Dass jeder Auslandseinsatz das Familienleben betrifft und oft belastet, ist unbestritten. Der Familientherapeut und Theologe Peter Wendl kennt die Schwachstellen und Fallstricke, die auf Partner und Familien vor, während und nach dem Einsatz häufig lauern. Auch wenn die Situation jeweils sehr individuell ist, gibt er Verhaltenstipps, die den Umgang für beide Seiten erleichtern können – auch in der Weihnachtszeit.


Wann über was reden?

 

Große Unsicherheit herrsche bei vielen Paaren hinsichtlich der Frage, wann welche Sorgen und Ängste wie anzusprechen sind. „Verschonen oder offen aussprechen? Das ist für viele bereits sehr schwer zu beantworten.“, hat Peter Wendl beobachtet. Denn die Partner befürchten, dass die Ängste schlimmer werden, wenn man darüber rede.

 

Peter Wendls Antwort darauf ist klar: „Verschweigen löst Probleme nicht“, gibt er zu bedenken. Nur sehr selten ist Verschonen die bessere Alternative. Denn Ängste und Sorgen, die vor dem Einsatz tabuisiert werden, belasteten die Beziehungen fast immer. Werden sie dagegen artikuliert, würden sie „zum gemeinsamen Geheimnis“. „Ein gemeinsames Geheimnis bereichert und stabilisiert Beziehungen im Allgemeinen.“

 

Das gilt nicht nur für die Angehörigen, sondern auch für die Soldaten selbst. Auf Dauer sei es schwierig, Vorfälle im Einsatz wie Beschuss, Anschlag, Gefecht oder Ängste vor den Angehörigen zu verschweigen. „Wir leben in einer Mediengesellschaft. Fast alles kommt irgendwann raus, oder es wird später von anderen Angehörigen erzählt.“ Dann aber erführen die eigenen Familienmitglieder die Ereignisse erst nachträglich, aber völlig unvorbereitet von Dritten – und das sei in der Regel viel schlimmer.

 

Als zeitliche Richtlinie für Gespräche über kritische Punkte und heikle Themen empfiehlt Peter Wendl sechs Wochen vor beziehungsweise nach dem Einsatz. Das sei die Faustregel. „Emotionale Themen wie Testament, Tod und Verwundung in der letzten Woche vor dem Abmarsch anzusprechen, macht keinen Sinn.“

 

Vorbereitung auf den Abschied

 

Neben der offiziellen Checkliste, die die Bundeswehr an alle Kommandierten verteilt, nennt Peter Wendl folgende Punkte, um den Auslandseinsatz organisatorisch vorzubereiten:

  • Sogenannte Alltagswidrigkeiten (Familienangelegenheiten, Vertrags- und Verwaltungsthemen, konfliktbeladene Termine, medizinisch nicht akut notwendige Eingriffe, absehbare Verpflichtungen, den daheimbleibenden Elternteil belastende Aktivitäten mit Kindern) sollten so weit wie möglich noch vor dem Einsatz verlegt, abgesagt oder wenigstens geplant werden.
  • Die Familie sollte einen festen Ansprechpartner für Sorgen und Nöte haben. Peter Wendl nennt das „einen Paten“: „Diese Person muss bei beiden Partnern hohes Vertrauen genießen. Sie wird unter Umständen in sehr private, intime Bereiche der Familie einbezogen.“

Die Familienbetreuung der Bundeswehr und die privaten Initiativen von Frauen bieten ebenfalls Ansprechpartner und zudem den Betroffenen die Möglichkeit, sich zu vernetzen.

 

Der Abschied

 

Für die richtige Gestaltung des Abschieds gibt so viele Möglichkeiten wie es Paare gibt, sagt Peter Wendl. Es gebe aber Orientierungen:

  • Wenn lange Abschiedszeremonien zu schmerzhaft sind, kann man sie einfach ausfallen lassen und gemeinsam eine weniger emotionale Verabschiedung absprechen. Auch Ablenkung ist ausdrücklich und besonders zur eigentlichen Abreisezeit legitim.
  • Kinder sollten unbedingt einbezogen werden: „Wenn der Papa ohne Abschied plötzlich weg ist, kann sich das traumatisch auswirken.“
  • Abschiedspartys sollten wenn, dann etwa zwei Wochen vor dem Abreisetermin veranstaltet werden, „vor der emotional belasteten Phase“. Ebenso sollte das Willkommen nicht sofort nach der Rückkehr gefeiert werden. Für beides gilt: Überraschungsveranstaltungen eher meiden und besser gemeinsam absprechen. Das verhindert zwar einen spontanen Effekt, vermeidet aber eine große Enttäuschung, wenn dem Soldaten/der Soldatin und/oder seinen Angehörigen nicht nach Feiern zumute ist oder sie zunächst einfach Erholung benötigen.
  • Kleine Botschaften mit in den Einsatz zu geben, zeigt die Verbundenheit: Dies können Bilder, Texte, ein Satz oder Spruch von den Kindern, dem Ehepartner, von Freunden oder Verwandten sein.
  • Für Kinder können Symbole geschaffen werden, die die Rückkehr begreifbar machen, beispielsweise ein Kalender oder ein Glas mit Bonbons. „Am Abreisetag darf das erste herausgenommen werden. So rückt die Heimkehr sichtbar näher. Das kann den Abschied sehr erleichtern.“

 

Umgang mit Nachrichten in den Medien während des Einsatzes

 

„Weniger ist mehr“, empfiehlt Peter Wendl bei der Frage nach dem Nachrichtenkonsum während des Einsatzes. Er rät zu einem „dosierten Umfang, sich aktuelle ‚Wasserstandsmeldungen‘, also Informationen aus dem Einsatzland, zu beschaffen“. Aber auch das Nachrichtenbedürfnis ist sehr individuell zu bewerten – und eine bewusste Nicht-Information ist darüber hinaus nicht leicht einzuhalten: „Wir leben in einer Mediengesellschaft. Internet, Fernsehen, Radio halten uns ständig auf dem Laufenden.“

 

Auch hier empfiehlt Peter Wendl, eine Vertrauensperson (Paten) zu benennen, „eine vertraute Person, die sich meldet, wenn sich etwas wirklich Wichtiges ereignet hat oder etwas passiert sein sollte“. Das tägliche oder gar stündliche Durchforsten aller Internetseiten und Nachrichtenangebote mache einen nur „verrückt“.

 

Peter Wendl verweist darauf, dass auch die Bundeswehr selbst sehr verantwortlich und fürsorglich mit den Angehörigen umgeht und sie rasch, aber angemessen informieren würde, sobald etwas passiert wäre. Er rät den Angehörigen, darauf zu vertrauen. „Wer dieses Vertrauen nicht aufbringt, wird sonst sehr leicht psychisch und körperlich erschöpft sein, weil man nicht mehr zur Ruhe kommt.“

 

Kontakt halten, Kommunikation gestalten

 

Auch über die gegenseitige Kommunikation sollte vor dem Einsatz gesprochen werden, rät Peter Wendl. Der Soldat/die Soldatin sollte wissen: „Was brauchst du von mir, damit du diesen Einsatz gut überstehen kannst? Wie viel Wahrheit willst du wissen?“ Umgekehrt sollte er dem Partner mitteilen, was er selbst erwarte: „Päckchen? Briefe? Alltagsinformationen? – Heimliche Wünsche werden nur selten erwünscht.“

 

Beide Partner müssen voneinander wissen, was sich der jeweils andere in dieser Situation wünscht, so Peter Wendl. Hier keine Absprachen zu treffen, führe viel häufiger zu Unsicherheit, Sorge und letztlich unnötiger Angst. Er rät auch hier zur Offenheit: Gefährliche Situationen, über die nicht gesprochen werde, spielten sich hinterher in der Fantasie viel dramatischer ab.

 

Bezugnehmend auf die Schweigepflicht der Soldaten empfiehlt Peter Wendl, dass sich die Paare im Vorfeld offen mitteilen, was an Austausch möglich sein wird und was nicht. Das verhindert später Missverständnisse und Fehlinterpretationen.

 

Welches Kommunikationsmittel?

 

Peter Wendl meint: „Jedes Kommunikationsmittel hat seine Berechtigung, seine Nachteile und Chancen.“ Auch hier erleichtere eine gegenseitige Absprache über die gewählten Medien und über die gewünschte Häufigkeit eines Kontakts das Miteinander und verschone vor Enttäuschungen:

  • Telefon: Telefonischer Kontakt ist unverzichtbar, sollte aber möglichst zu vereinbarten Terminen genutzt werden – und er warnt: Das Telefon ist auch ein Medium der Missverständnisse. Ein Beispiel: „Ist was? Du klingst so komisch ...? Nein, es ist nichts. Doch, ich kenn dich doch ...“ Diese Situation könne sich schnell hochschaukeln und Beunruhigung schaffen. Deshalb: „Offen sprechen. Was nicht thematisiert wird, wird hinterher interpretiert.“
  • E-Mail: E-Mails sind immer gut für einen schnellen, knappen und aktuellen Austausch. Sie bergen aber auch die Gefahr von Missverständnissen.
  • Brief: „Alles Handgeschriebene ist von größtem Wert in der Kommunikation“, so Peter Wendl. Briefe würden auch meist während des Einsätze immer wieder gelesen. Sie transportierten nicht nur Informationen, sondern spiegeln nicht selten auch deutlicher das Ringen um Gefühle wie Nähe, Vertrautheit und Verbundenheit, aber auch von Ängsten oder Befürchtungen. Er weiß, dass solche Briefe oft sogar noch Jahre später gelesen werden, wenn der Partner wieder zu Hause ist. Dann ermöglichen sie einen wertvollen Zugang zu einer besonderen Beziehungs- und Familienzeit. Und: „Manche lernen erst im Einsatz, wie wertvoll es ist, Briefe zu schreiben.“ Die Feldpost war und ist für Soldaten und ihre Familien deshalb von höchster Bedeutung. „Das ist die Brücke nach Hause.“

Noch ein Tipp: Beide Partner sollten auch über vermeintliche Banalitäten des Alltags sprechen und den jeweils anderen teilhaben lassen am „ganz normalen Leben“. „Wie sollte man sonst wissen, was den Menschen beschäftigt hat, der bei der Rückkehr vor einem steht?“

 

Die Rückkehr

 

Ein erster Rat, wie bereits erwähnt, lautet: keine Überraschungen! Peter Wendl warnt davor, den Rückkehrer mit nicht abgesprochenen Partys, Gästen oder sonstigen Events zu überrumpeln. „Sie wissen nicht, mit welchen Emotionen die Soldatin/der Soldat nach Hause kommt.“ So etwas muss vorher abgeklärt werden.

 

Wendl unterteilt die Rückkehr in drei Phasen:

  • die Momente des Wiedersehens,
  • die Zeit des Ankommens,
  • das langsame Wiedereinfinden in den Alltag.

„Immer gilt: Lassen Sie sich Zeit für Spontanität und Nichtstun. Überfrachten Sie nichts!“ Das gelte auch für entstandene Defizite in Liebe, Geborgenheit und Sexualität. „Sie können und müssen nichts aufholen.“

 

Das Paar – mit oder ohne Kinder, für beides gibt es, je nach Situation, gute Gründe – sollte sich für die Zeit des Ankommens im Idealfall ein gemeinsames Wochenende oder einen kleinen Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände gönnen. Peter Wendl nennt drei Gründe, warum das sinnvoll ist:

  • Zu Hause ist die Soldatin/der Soldat zunächst oft nur „Gast im eigenen Haus“. Das ist völlig normal und für sich genommen noch nicht problematisch. Aber es ist für den Heimkehrer/die Heimkehrerin erst einmal etwas schwierig oder verletzend.
  • Auch die Partnerin/der Partner kann den Ort verlassen, an dem er/sie die vergangenen Monate eine so intensive Einsatzzeit daheim verbrachte.
  • Von dem neutralen Ort aus können beide anschließend gemeinsam „nach Hause kommen“.

Erst danach sollten weitere Familienangehörige und Freunde einbezogen werden.

 

Was tun an Weihnachten?

 

„Niemals ist Ablenkung so legitim wie in der Weihnachtszeit! Feiern Sie mit anderen, an einem anderen Ort und auf andere Weise.“ Insbesondere mit Kindern ist Ablenkung und z. B. eine schöne Unternehmung, auch mit Freunden, eine wichtige Möglichkeit. Auch ein Abend im Kino sei denkbar. Jeder sollte sich Weihnachten so gestalten, wie es für ihn aushaltbar ist. Nur in der – allzu verständlichen – Traurigkeit baden, macht jedoch die Situation immer schwieriger.

 

Die Situation für die Soldaten im Einsatz sei eine ganz andere. Dort bestehe oft immerhin eine Gemeinschaft beziehungsweise kameradschaftliche Verbundenheit. „Dort sind alle in der gleichen Situation. Die ist zwar nicht selten ebenfalls sehr emotional oder melancholisch. Aber die stärken sich gegenseitig.“

 

Herr Dr. Wendl, vielen Dank für das Gespräch!

 

Alle diese Themen werden vertieft behandelt im neuen Buch: „Soldat im Einsatz – Partnerschaft im Einsatz. Praxis- und Arbeitsbuch für Paare und Familien in Auslandseinsatz und Wochenendbeziehung“